„Nur nachhaltige Lieferketten bieten wirklich Sicherheit“

von | Dez 2023

Internationale Energieagentur legt politische Handlungsempfehlungen für die Förderung des Rohstoffsektors vor.

Die weltweiten Klimaschutzbemühungen gehen mit einem stark steigenden Bedarf an kritischen Mineralien einher, denn grüne Technologien wie Windkraft und Elektromobilität erfordern Rohstoffe wie Seltene Erden und Lithium. Vor allem durch die starke Länderkonzentrationen bei der Produktion ist deren Verfügbarkeit zugleich begrenzt, weshalb zunehmende Versorgungsengpässe befürchtet werden. Länder wie die USA wollen daher verstärkt ihre eigenen Bodenschätze abbauen und weiterverarbeiten. Auch das erste EU-Gesetz (Critical Raw Materials Act) zur Rohstoffversorgung, das kurz vor der Finalisierung steht, sieht mehr heimischen Bergbau vor. Ein häufiges Hindernis für solche Projekte stellt jedoch – neben den jahrelangen Vorlaufzeiten – der Widerstand der lokalen Bevölkerung dar.

Die Internationale Energieagentur IEA hat jetzt eine Reihe von Handlungsempfehlungen herausgegeben, um betroffene Gemeinden besser miteinzubeziehen, den Rohstoffabbau umweltverträglich zu gestalten und dadurch letztlich auch die Versorgungssituation zu stärken. Denn Lieferketten für kritische Rohstoffe, so die Kernthese des Reports (PDF), könnten nur dann wirklich sicher und widerstandsfähig sein, wenn sie auch nachhaltig und verantwortungsvoll sind. Verbraucher als auch Investoren würden zunehmend Wert auf die Einhaltung hoher Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards legen, auch als ESG-Faktoren bekannt. Während Unternehmen am besten in der Lage seien, entsprechende Praktiken umzusetzen, könnten Regierungen parallel ein günstiges Umfeld schaffen, schreibt die IEA. So sollten bestehende Gesetze für Bergbau und Rohstoffverarbeitung aktualisiert werden, um etwa Umwelt, Arbeitskräfte und Gemeinden besser zu schützen und die Vorlaufzeiten für Genehmigungen zu verkürzen – ein zentraler Aspekt auch im Critical Raw Materials Act. Weiterhin schlägt die Agentur vor, öffentliche Investitionen in den Sektor an Nachhaltigkeits- und Sozialkriterien zu knüpfen und die Transparenz der Lieferketten durch Anreize oder auch Verpflichtungen zu fördern.

Wie notwendig neue Bergbauprojekte sind, legte erst kürzlich auch ein Rohstoffexperte der weltweit größten Investmentgesellschaft BlackRock dar (wir berichteten). Der für den Kampf gegen den Klimawandel unverzichtbare Sektor sei derzeit wenig attraktiv für Anleger, die Branche brauche daher eine Neubewertung, denn es habe sich einiges getan, etwa im Hinblick auf die Verringerung der CO2-Emissionen.

Photo: iStock/jasonbennee

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