Finanzminister fordert Verkauf von Anteilen an Northern Minerals. Vorgeschichte mit ähnlichen Eingriffen reicht mehrere Jahre zurück.
Das rohstoffreiche Australien positioniert sich zunehmend als bedeutender Produzent Seltener Erden außerhalb Chinas. Entsprechend ergreift die Regierung auch verstärkt Maßnahmen, um den strategisch wichtigen Sektor vor Einflussnahme aus eben diesem Land zu schützen. Der australische Finanzminister Jim Chalmers hat am Montag sechs Unternehmen mit Verbindungen zu China angewiesen, ihre Beteiligungen an dem Seltenerdkonzern Northern Minerals innerhalb der nächsten zwei Wochen zu veräußern. Nach Medienberichten halten die Investoren rund 17 Prozent der Anteile.
Northern Minerals teilte mit, dass ein Handelsstopp für die Aktie verhängt wurde und man die Anordnungen der Regierung prüfen wolle.
Bereits vor gut zwei Jahren hatte Australien ähnliche Schritte unternommen, damals waren fünf Unternehmen mit Bezug zu China betroffen. Auch zuvor waren Beteiligungen begrenzt worden, zudem steht die Eigentümerstruktur unter Beobachtung.
Northern Minerals entwickelt derzeit seine Lagerstätte Browns Range im Bundesstaat Westaustralien und will dort insbesondere schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium fördern. Diese werden fast ausschließlich in China zu höherwertigen Produkten weiterverarbeitet. Seit der Weltmarktführer vergangenes Jahr strenge Exportauflagen für einige Seltenerdelemente eingeführt hat, ist die Versorgungslage noch kritischer. Browns Range wird daher von regionalen Entwicklungsbehörden als bedeutendes Projekt im Bereich schwerer Seltener Erden eingestuft.
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