World Economic Outlook vorgestellt; Industrie für Seltene Erden vor allem von Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium bestimmt. 

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in dieser Woche seinen neuen World Economic Outlook vorgestellt. Darin wird von einem moderaten Wachstum der Weltwirtschaft von rund 3,1 Prozent im laufenden Jahr ausgegangen, das durch den Krieg im Nahen Osten über höhere Energiepreise und steigende Inflation gebremst werde. Besonders Schwellenländer und rohstoffimportierende Volkswirtschaften stehen unter Druck.  

Insgesamt dominieren derzeit die Abwärtsrisiken, so die Autoren. Politische Spannungen und Veränderungen in der Handelspolitik würden dabei zunehmend ineinandergreifen und die Unsicherheit verstärken. Ein zusätzlicher Konfliktpunkt ergibt sich aus der wachsenden strategischen Bedeutung Seltener Erden, die eine zentrale Rolle in globalen Lieferketten spielen. Den Risiken, die eine Unterbrechung der Versorgung mit dieser Rohstoffgruppe darstellt, widmet der IWF ein eigenes Kapitel.*  

Deutliche Rückgänge beim BIP drohen 

Die Modellsimulationen des Währungsfonds zeigen dabei, dass die ökonomischen Folgen solcher Lieferausfälle stark davon abhängen, wie gut sich Seltene Erden ersetzen lassen. Kurzfristig, wenn Unternehmen nur begrenzte Substitutionsmöglichkeiten haben, könnten die wirtschaftlichen Verluste erheblich sein. In den USA kann das Bruttoinlandsprodukt um etwa 1,5 Prozent sinken, während für Deutschland ein Rückgang von rund 1,2 Prozent erwartet wird. Vor allem Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung, heißt es. Die vier für Permanentmagnete benötigten Elemente machten 96 Prozent des Marktwerts Seltener Erden aus, schreiben die Autoren. 

Als Reaktion auf die hohe Konzentration des Angebots setzen Länder und Unternehmen auf verschiedene Anpassungsstrategien: Vorratshaltung kann kurzfristig Engpässe abfedern, beseitigt aber keine strukturelle Abhängigkeit. Recycling bietet langfristig Potenzial, kann derzeit jedoch den steigenden Bedarf nicht decken. Eine großflächige Substitution ist aufgrund der technischen Eigenschaften von Hochleistungsmagneten nur begrenzt möglich. Daher gewinnen vor allem Diversifizierung der Importe und eine Rückverlagerung von Produktion zunehmend an Bedeutung, auch wenn deren Umsetzung durch lange Vorlaufzeiten, Koordinationsprobleme und Fachkräftemangel erschwert wird. 

*Der vollständige Wirtschaftsausblick wird Ende April auf der Website des IWF veröffentlicht. 

 

Beitragsbild: via Canva, Montage Rohstoff.net