Der Chemiekonzern und Magnethersteller will die Kapazitäten für Terbium, Dysprosium und Yttrium ausbauen. Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Japan zunehmend mit Einschränkungen bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen aus China konfrontiert ist.
Der japanische Chemiekonzern Shin-Etsu plant laut Medienberichten eine Raffinerie für Seltene Erden in der Präfektur Fukui. Das Unternehmen zählt zu den wichtigsten Herstellern von Permanentmagneten aus Seltenen Erden außerhalb Chinas. Zudem deckt es als einer der wenigen, nicht in der Volksrepublik ansässigen Akteure große Teile der Wertschöpfungskette ab.
Wie Nikkei Asia berichtet, sollen umgerechnet rund 218 Millionen US-Dollar in das Projekt investiert werden, die Hälfte davon stammt aus staatlichen Fördermitteln. Shin-Etsu betreibe bereits zwei Raffinerien in der Region, heißt es weiter. Die neue Anlage soll speziell auf Dysprosium, Terbium und Yttrium ausgelegt sein, die sehr gefragt für diverse Hightech-Anwendungen sind. Zugleich gehören sie zu den sieben Seltenerdelementen, die China im letzten Jahr unter strenge Exportauflagen gestellt hat, was die Versorgungslage besonders kritisch macht.
Speziell Japan ist von Einschränkungen betroffen, da China das Land im Januar zusätzlich mit verschärften Ausfuhrkontrollen für sogenannte Dual-Use-Güter belegt hat, begründet mit deren potenziellem militärischen Einsatz. Darunter fallen kritische Rohstoffe wie mehrere Seltene Erden.
Japan gilt als Vorbild für resiliente Lieferketten – mit Einschränkungen
Vor diesem Hintergrund dürfte auch die Ankündigung von Shin-Etsu zu verstehen sein. Japan hat in den vergangenen Monaten seine Bestrebungen verstärkt, die nach wie vor starke Abhängigkeit von China beim Rohmaterial und der weitergelagerten Verarbeitung zu reduzieren. Bereits seit Jahren gilt der Inselstaat als Vorreiter beim Aufbau resilienter Rohstofflieferketten. Auslöser war eine diplomatische Krise im Jahr 2010, als China die Ausfuhr Seltener Erden nach Japan zeitweise einschränkte. Manche Beobachter sehen aktuell eine Wiederholung dieser Entwicklung.
Eine schnelle Abkehr von der Importabhängigkeit dürfte dennoch nicht zu erwarten sein, der Wettbewerb mit China bleibt schwierig. Die Raffinationskosten für Seltene Erden seien in der Volksrepublik nach wie vor deutlich niedriger als in Japan, zitiert Nikkei Yoshikiyo Shimamine, Chefökonom am Dai-ichi Life Research Institute in Tokio. Statt auf einen direkten Preiswettbewerb zu setzen, dürfte Japan daher versuchen, eine Lieferkette aufzubauen, die auch bei höheren Kosten ausreichend Nachfrage für heimische oder in Partnerländern hergestellte Seltenerdprodukte schafft.
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